Dass wir so lange keinen neuen Blogeintrag gemacht haben, heisst nicht, dass unsere Werkstatt stillgestanden hätte. Ganz im Gegenteil, es tut sich hier unheimlich viel!

Während unseres Aufenthalts in der Schweiz, hat sich das Addis Guzo Ethiopia Team mit viel Engagement an die Arbeit gemacht. Seit der Unterzeichnung der letzten Dokumente (diverse Abkommen mit den lokalen Behörden) Ende Juni 2012, wurden über 120 Rollstühle abgegeben.


Team at work! Von links nach rechts: Bekele, Meron, Abi, Shoangizaw


Arbeit die Spass macht. Sheleme schaut zu, wie sein "neuer" Rollstuhl hergerichtet wird.


Dank einem Rollstuhl mit Einhandantrieb, kann er diesen trotz der Halbseitenlähmung lenken.


Werkstattleiter Teferi mit Mamush


Segedu mit ihrem neuen Rollstuhl

Die Werkstatt macht den Eindruck, als ob wir schon seit Jahren im Einsatz sind. Mittlerweile sind die meisten Ersatzteile sortiert und systematisch gelagert. Die wichtigsten Werkzeuge und Maschinen stehen zur Verfügung. Die beiden Akku-Bohrschrauber haben vermutlich schon mehrere Millionen Umdrehungen geleistet. Mehr als 500 Reparaturen sind gemacht worden. Jeden Morgen warten "Kunden" am Eingang zur Werkstatt auf unsere Dienstleistungen.


Kunden reinigen ihre Rollstühle vor der Werkstatt.


Na dann, reparier mal!

Die Ausstrahlung unserer Werkstatt ist gross. Immer wieder werden wir von Behörden-VertreterInnen und Interessierten von verschiedenen lokalen und internationalen Organisationen (IKRK, Handicap International, Motivation UK, USAID) kontaktiert, eingeladen oder besucht. An einem Rollstuhlkongress stellten sich zuerst die Teilnehmer vor und wurden danach Ideen für die Zukunft gesammelt und ausgetauscht. Arbeitsgruppen sollen nun in verschiedenen Bereichen konkrete Vorschläge machen.


Plakat des 1. Rollstuhlkongresses in Äthiopien.


Motivation UK und IKRK zu Besuch in unserer Werkstatt


Meret, Physiotherapiestudentin aus der Schweiz mit Estube

In verschiedenen Bereichen gibt es Ausbaupläne für das Projekt. Bereits begonnen haben wir mit dem Anbau von Lagerräumen (sprich Containern), mit direkten Verbindungen zur Werkstatt. Erste Abklärungen laufen für den Bau eines Sportplatzes. Dieser soll den Bewohnern des Kriegsversehrten-Zentrums zur Verfügung stehen, aber dahinter steckt auch die Idee, Sportgruppen für Behinderte aus der Stadt aufzubauen.

Ausserdem planen wir, unsere Aktivitäten für andere Regionen des Landes anzubieten und das Werkstatt-Team zu erweitern.


Links der begonnene Ausbau der Werkstatt, im Vordergrund das Fundament für den 6. Container und rechts die Fläche für den geplanten Sportplatz

In ferner Zukunft möchten wir mit der Produktion einzelner Teile beginnen und ein Programm für weitere Betreuung der behinderten Menschen aufbauen. Die personellen und finanziellen Möglichkeiten setzen uns aber Grenzen. So konzentrieren wir uns zur Zeit auf das Anbieten der Versorgungs- und die Reparaturdienstleistungen.  Mit dem 6. Container, der bereits auf dem Zollgelände in Addis Abeba steht , werden wir seit Beginn des Projektes etwa 800 Rollstühle eingeführt haben.


Stolze Besitzer neuer Rollstühle: Esaias oben und Sheleme unten


Abi erklärt die verschiedenen Funktionen des Rollstuhles.

Im August hat Christine ihr zweites Schuljahr als Lehrerin der 4. Klasse und als Grundschulkoordinatorin an der Deutschen Botschaftsschule in Angriff genommen. Der Start war intensiv und manchmal aufreibend. So kamen die Ferien Ende Oktober eher zu spät als gerade recht.

Zusammen sind wir während 8 Tagen in den Bergen rund um Lalibela unterwegs gewesen. Grandiose Landschaften, eindrückliche Aussichten, abwechslungsreiche Wege, spannende Bekanntschaften, gemütliche Unterkünfte und ein liebenswürdiger Guide haben die 150 km lange Strecke zu einem erlebnisreichen Trekking gemacht. Die Höhepunkte waren der 4284 Meter hohe Abuna Joseph (der Heilige Josef) und natürlich die Felsenkirchen von Lalibela.


Wandern auf 3500 Meter über Meer


Männer der Volksgruppe der Amharen


Junge „Männer“ der „Volksgruppe“ der Baboons


Bete Gyorgis, die eindrücklichste der 11 Felsenkirchen von Lalibela


Gipfelfoto auf dem „Heiligen Josef“

Noch lange nicht auf dem Gipfel angelangt sind wir mit unserem Projekt „Rollstühle für Äthiopien“. Eigentlich haben wir erst die Einstiegsetappe hinter uns. Der Weg war und ist zwar manchmal ziemlich steinig, aber durchaus gespickt mit bereichernden Erlebnissen und schönen Aussichten.

Möglich ist all dies nur dank der grossartigen Unterstützung aus der Schweiz. Unermüdlich sammelt Fred Wyss vom Verein Signum vitae Rollstühle und Ersatzteile (der 7. Container ist bereit für die Abreise nach Addis). Von vielen Seiten wurden und werden wir mit Material und Spenden unterstützt, herzlichen Dank. Das Projekt kann nur mit Hilfe von aussen weiter bestehen. So sind wir bemüht immer wieder neue Quellen zu finden. Gerne nehmen wir entsprechende Hinweise entgegen.

Christine und Bernhard