170 Rollstuhlversorgungen und 700 Reparaturen. Das ist die Bilanz unserer Werkstatt, ein halbes Jahr, nach dem wir die Tore offiziell geöffnet haben.

In kurzer Zeit sind wir in Addis Abeba zu einer festen Einrichtung gewachsen. Von den Stadt- und Quartierbehörden werden wir als Partner ernst genommen, diverse Organisationen wollen mit uns zusammenarbeiten, Institutionen und Spitäler ersuchen unsere Dienstleistungen und Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen klopfen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen bei uns an.

 

Der gehbehinderte und blinde Mann ist mit seiner Tochter, die ihr Kind auf dem Rücken trägt, zu uns gekommen. In seinem „neuen“ Rollstuhl sitzend hat er sich bei Meron und Teferi mit Gebeten bedankt.


Eremias studiert Politik und Recht. Sein Studienkollege hat ihn zu uns begleitet.


Durch einen Hirntumor erlitt die alte Frau schwere Behinderungen. Ihre drei Nachbarinnen kümmern sich um sie. Mit dem Rollstuhl wollen sie die alleinstehende Frau wieder ins Quartierleben integrieren.

Das Arbeitsklima und der Teamgeist sind ausgezeichnet. Gemeinsam packen wir an. Erst jetzt wird uns so richtig bewusst, wie gross die Versorgungslücke im Bereich Hilfsmittel in Äthiopien ist. Wir werden sie nicht schliessen können, aber wir können sie etwas kleiner machen.



Manchmal braucht es „Hauruck“-Methoden. Um die Sitzposition zu verbessern, müssen die Rückenrohre dieses Rollstuhls gebogen werden.


Meron, Bekele und Abi, von links nach rechts.


Mittagspause: Weil alle Plätze der „Strassenbeiz“ besetzt waren, hat uns ein Freund in seiner Werkstatt Platz angeboten.

Die Werkstatt ist insgesamt schon sehr gut ausgerüstet. Weitere Investitionen sind aber notwendig. Die neuen, bald fertig gebauten Lagerräume müssen mit Gestellen und Lagerboxen ausgestattet werden und einzelne Maschinen wollen wir noch anschaffen.

Dank einer Spende des Rotary Clubs Entoto Addis Abeba sind die Kosten für diese Anschaffungen teilweise schon gedeckt. Noch offen ist, wie wir den geplanten Sportplatz finanzieren. Wir hoffen, dass sich dafür bald ein Sponsor finden lässt. Ideen dazu nehmen wir natürlich gerne entgegen.


Rechts die Werkstatt, im Hintergrunde die neuen Lagerräume.


Die Fläche vor den Lagerbau, auf der wir den Sportplatz bauen wollen, wird von Behindertenorganisationen schon heute immer wieder für sportliche Aktivitäten genutzt. 

etienne
Etienne, der Präsident des Rotary Clubs Entoto übergibt eine Spende 125'000 Birr (in Amharisch „Silber“) oder umgerechnet ca. 6'500 Franken.

Gebaut wird auch in der Umgebung unserer Werkstatt. Im Eiltempo bauen die Chinesen, die in Äthiopien wie in andern afrikanischen Staaten sehr präsent sind, eine neue Strasse. Für unsere Kunden wird der Zugang zur Werkstatt schon bald viel einfacher sein.

holzfäller
links hinter dem Holzfäller ist das Eingangstor zur Werkstatt zu sehen.

Am Great Ethiopian Run (10km) hat dieses Jahr Abi als Vertreter der Werkstatt teilgenommen. Auch einige RollstuhlfahrerInnen, zum Teil „Kunden“ von uns, waren mit dabei.


Abi kurz vor dem Ziel.


Vor dem Start: nicht alles was rollt, ist für ein 10 km Rennen geeignet.

Aber – wer nicht gehen kann ist froh, dass es Räder gibt.


Markos  hat seinen alten Rollstuhl (rechts) gegen einen „Neuen“ eingetauscht. Im Vordergrund sein Hab und Gut.


Der Rollstuhl mit Tisch erleichtert Bekelech das Studium

Für Hailu haben wir eine Spezial-Fussstütze kreiert. Diese Variante werden wir noch öfter brauchen, denn häufig können Menschen mit Lähmungen ihre Beine nicht mehr strecken. Der Mangel an Therapie hat zu Verkürzungen der Muskulatur und fixierten Gelenken geführt.

Weihnachten steht vor der Tür. Für uns ist hier wenig davon zu spüren. Der Schnee fehlt und Weihnachts-Deko in den Geschäften gibt es kaum. Manchmal jedoch weht ein Hauch von Weihnachtsduft durch Wohnung und Schule. Christine hat mit ihrem Team Lebkuchen für die Grundschulkinder gebacken. Weihnachtsmarkt und Weihnachtsfeier mit Bratwurst und Glühwein sorgten auch ein wenig für Adventsstimmung. Und mit einem Fondue bei Freunden versuchten wir den Winter nach Äthiopien zu holen. Schneeflocken wollten trotzdem keine fallen.

dank

Herzlich bedanken wir uns für die vielseitige Unterstützung, die uns durch das letzte Jahr getragen hat.

Wir wünschen allen wunderbare Festtage und einen schwungvollen Start ins neue Jahr.

Christine und Bernhard