Was mit ersten Kontakten und noch losen Verbindungen begann, ist heute vielseitig verknüpft und bereits zu einem breiten Netzwerk geworden.

DSC01699-01April 2010: Eine Vertretung vom IKRK Äthiopien vermittelt uns erste Kontaktpunkte zum Zentrum für Kriegsversehrte in Addis Abeba.

Folie1-01März 2013: Mehr als die halbe Schweiz (Rollstuhl-Aufkleber der Schweizer Fachgeschäfte auf unseren Gebrauchtrollstühlen) ist mit Äthiopien vernetzt.

Täglich wächst unsere Kundschaft. Mehr als tausend Mal haben wir Menschen mit einer Behinderung in unserer Werkstatt begrüsst und mit einer unserer Dienstleistungen versorgt. Bisher hat sich der Kundenkreis auf die Bezirksgrenze von Addis Abeba beschränkt. Bald werden wir unsere Aktivitäten auf die grösste Region Äthiopiens, den Bezirk Oromo ausdehnen.

Die Menschen, die bei uns Unterstützung suchen, stecken voller Lebensgeschichten. Auch wenn die MitarbeiterInnen unserer Werkstatt nur kleine Episoden daraus erzählt bekommen, so entstehen doch immer wieder Begegnungen, die mehr sind als nur (belang-)lose Kontakte.

 DSC04034-01Bekele (studierter „Roadconstructor“ und Mitarbeiter der Werkstatt) hat Habtamu (Bettler) irgendwo auf den Strassen von Addis gefunden. Der Rollstuhl von Habtamu brauchte dringend eine Reparatur. - Die Werkstatt als Treffpunkt verschiedener Gesellschaftsschichten.

DSC03975-01Meron nach der Versorgung einer Grossmutter. Meron hat nicht nur ein erstaunliches Talent für mechanisch-handwerkliche Tätigkeiten, sondern auch für den menschlichen Umgang mit KundInnen. - Die Werkstatt als Treffpunkt verschiedener Altersgruppen.

DSC04029-01Abi hat sich schon enorm viel fachliches Wissen angeeignet.  Mit grosser Geduld geht er auf die Wünsche der Betroffenen ein. – Die Werkstatt als Treffpunkt für Wissensaustausch.

DSC04006-01Bernhard steckt in der täglichen Arbeit  mittendrin.  Vor allem bei komplexeren Versorgungen sind seine fachlichen Inputs wichtiger Bestandteil der noch verbleibenden Einsatzzeit bis Ende Juni. – Die Werkstatt als Treffpunkt verschiedener Kulturen.

Unser Projekt hat das Potential nicht „nur“ zu einem Treffpunkt, sondern zu einem veritablen Knotenpunkt zu werden. In mehreren Bereichen ziehen wir die Fäden in diese Richtung zusammen, zum Beispiel mit:

  •        der Ausbildung der Mitarbeitenden.
  •        dem Ausbau der Werkstatt.
  •        dem Beschaffen der Mittel für den Bau des Sportplatzes.
  •        der Erstellung eines Konzeptes für ein Skills-Training für einen gewissen Kreis unserer Kundschaft, der sich dadurch Fertigkeiten für eine neue Lebensgrundlage erwerben kann.

Leider sind die Kosten für den Bau des Sportplatzes und des Trainingsgebäudes finanziell noch nicht gesichert. Obwohl die Kunden für unsere Dienstleistungen einen gewissen Beitrag zu leisten haben, ist die Arbeit der Werkstatt auf Spenden angewiesen. Mit den bisher eingegangen Zuwendungen können wir den Werkstattbetrieb aufrechterhalten. Grössere zusätzliche Ausgaben sind noch nicht möglich. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir unsere Vorhaben umsetzen können.  An dieser Stelle ein herzliches Dankschön an alle Spenderinnen und Spender.

DSC03974-01Meron und Abi während eines kleinen „Nähkurses“.

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Der neu entstandene Rollstuhl-Lagerraum

DSC04026-01Der 7. Container findet seinen Platz auf dem Gelände. Er soll die erste Stütze für den geplanten Trainingsraum sein.

Fast ein wenig nebenbei haben wir auch die baufällige Werkstatt des Zentrums für Kriegsversehrte renoviert. Wir erhoffen uns, dass wir dadurch die Verbindung zum Zentrum etwas lockern können. Denn täglich kommen mehrere der 120 auf einen Rollstuhl angewiesenen Ex-Soldaten für Reparaturen und Anpassung in unsere Werkstatt. In Zukunft soll ein Grossteil dieser Arbeit durch den Mechaniker des Zentrums abgedeckt werden.

DSC03954-01Schweissen, Schrauben, Nageln, Vernieten - diese Verbindungstechniken haben eine neue Werkstatt für die Zentrumsbewohner entstehen lassen.

Auch mit Stellen ausserhalb der Werkstatt sind wir mehr und mehr verknüpft. Schon bald werden wir infrastrukturell besser mit der Stadt verbunden sein. Der Strassenbau vor unserem Standort macht schnelle Fortschritte. 

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Ein Brückenpfeiler der neuen Strasse entsteht.

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Übergabe diverser Hilfsmittel an das Addis Abeba Fistula Hospital.

DSC04031-01Eveline und Sarah absolvieren ein 10-wöchiges Physio-Praktikum in Addis Abeba. Wir haben die Beiden zum Kebele Tsehai Kinderheim gebracht. Einmal wöchentlich werden sie die 15 behinderten Kinder des Heims therapeutisch betreuen.

Die vielleicht wichtigste Verbindung sind wir Mitte Februar mit der DEZA  (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) eingegangen. Die uns zugesprochene Unterstützung ist ein wichtiger Beitrag an unser Projekt und es ist eine Anerkennung unserer Arbeit durch die offizielle Schweiz.

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Serge und Teferi nach der Unterzeichnung des Vertrags in der Schweizer Botschaft.

And last but not least, auch im privaten Bereich sind wir engere Verbindungen eingegangen. So wurden wir zum Beispiel von Leti an ihre Hochzeit eingeladen oder  waren zu Besuch bei der Familie von Teferi und von Meron.

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Leti und Tilawn schliessen den Bund fürs Leben.

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Zu Besuch, Gruppenbild mit Abi; Meron und Mama

Verbinden, Verknüpfen, Vernetzen. Auf verschiedenen Ebenen sind dies wichtige Tätigkeiten unserer Arbeit hier in Äthiopien. Ganz besonders auch bei den Rollstuhlversorgungen. Wir lernen Menschen mit Behinderungen kennen, die zwar gewisse Einschränkungen, aber auch immer viele Fähigkeiten haben. Bei der Abgabe eines Rollstuhles sollen Einschränkungen so weit wie möglich vermindert und die Fähigkeiten erhalten bleiben. Dass heisst, der Rollstuhl soll in möglichst optimaler Weise mit der Benutzerin, dem Benutzer verbunden werden.  Eine spannende und sehr kreative Aufgabe. Drei Beispiele:

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Christine und Bernhard

Addis Abeba, März 2013