Nach der zweijährigen Aufbauphase hat das lokale Team den Betrieb des Rollstuhlzentrums vollständig übernommen. Unsere Aktivitäten konnten ausgebaut werden und zwei neue Bauvorhaben wurden in Angriff genommen.

 

Im Juni neigte sich unsere (Christine und Bernhard) Zeit in Äthiopien dem Ende entgegen. Je näher der Tag des Abfluges rückte, desto stärker machten sich die Abschiedsgefühle bemerkbar. Die Menschen in Addis haben sich ganz schön tief in unseren Herzen eingenistet. 

Bilder der Abschiedsparty

Mit dem Abschluss der Aufbauphase hat gleichzeitig eine erste Ausbauphase begonnen. Die Verhandlungen mit der Region Oromo konnten erfolgreich zu Ende geführt werden. Wir können nun also unsere Aktivitäten auf das Umland von Addis Abeba ausdehnen. Noch im Juni haben wir drei Städte besucht und erste Abklärungen für Rollstuhlversorgungen durchgeführt.



In der Stadt Fiche, ca. 100 km nördlich von Addis Abeba, kommen diese beiden Männer zu einem Stützpunkt, um von uns einen Rollstuhl zu erhalten.



Abiy und Teferi nehmen in Fiche Mass für die Rollstuhlversorgung.

In Angriff genommen wurden auch zwei Bauprojekte, die schon längere Zeit auf unserer Wunschliste standen: der Sportplatz und das Schulungsgebäude. Dank einer beträchtlichen Unterstützung durch den Lotteriefonds des Kantons Bern konnten wir die beiden Vorhaben starten.

Der Sportplatz soll ein Ort der Bewegung und Begegnung werden. Sport ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation und fördert die Selbständigkeit. Mit Sportgruppen wollen wir ein Netzwerk aufbauen, das die soziale Integration der Menschen mit einer Behinderung verbessert.


Direkt vor der Werkstatt wird der Sportplatz gebaut.

Ein erstes „Skills-Trainings-Programm“ (Kerzenproduktion) haben wir mit einer Gruppe von Betroffenen in unserer Werkstatt durchgeführt. Weitere Ausbildungsprojekte werden folgen. Im geplanten Trainingszentrum sollen dafür geeignete Schulungsräume entstehen. Bereits im November möchte das IKRK eine Fortbildung für Orthopädietechniker bei uns durchführen.


Roberto und Marc vom IKR zu Besuch in unserer Werkstatt

Ansonsten herrscht in der Werkstatt Alltagsbetrieb. Täglich werden mehrere Reparaturen durchgeführt und seit der Eröffnung im Juni 2012 wurden mehr als 500 Rollstühle abgegeben. Mit 9 Containern haben wir mittlerweile etwa 1200 Rollstühle nach Äthiopien verschifft und der 10. ist soeben auf die Reise geschickt worden.


Die Kunden oder ihre Begleiter reinigen die Rollstühle, bevor diese repariert werden


Ganz schön viel Arbeit auf der Werkbank


Unser Team im Einsatz


Über die geleistete Arbeit wird Buch und eine Datenbank geführt


Von den grossen und kleinen Kunden werden wir immer wieder mit einem Lachen beschenkt.

Mit gutem Gefühl überlassen wir den Betrieb der Werkstatt unserem Team . . .


Team-Abschieds-Essen

. . .  und freuen uns auf ein erstes Wiedersehen im Oktober.



August 2013, Christine und Bäne