Dank dem neu gebauten Schulungsgebäude und dem Sportplatz eröffnen sich unserem Projekt vielseitige, neue Möglichkeiten. Erste Aktivitäten zur sozialen Integration von Menschen mit Behinderungen konnten erfogreich durchgeführt werden, Weitere sollen folgen.

 

Liebe Addis Guzo Freunde und Unterstützer,

dieser Blog wird erstmals von mir, Franziska Gerling, erstellt und ich möchte mich kurz vorstellen. Seit September 2013 arbeite ich stundenweise für Addis Guzo. Ich bin 36 Jahre alt und seit 2002 in Äthiopien aktiv.

 

Seit 2009 bin ich in Addis Abeba sesshaft. Ich arbeite an der Deutschen Schule in Addis und engagiere mich in verschiedenen Projekten, vor allem im Management- und Bildungsbereich (Aufforstungs- und Imkereiprojekt in Masha, Schulbau und Organisation von Unterstützung für Schulkinder in Debark sowie Organisation und Durchführung von Weiterbildungen für Lehrer in Debark und in Awassa). Ich fühle mich sehr wohl in Äthiopien und bin glücklich, ein Mitglied des Addis Guzo Teams zu sein. Die Arbeit bereitet mir viel Freude, vor allem, da ich täglich sehe, wie behinderten Menschen geholfen wird.

 

Nun zu den Neuigkeiten aus Addis!

 

Die Bauaktivitäten konnten im Oktober abgeschlossen werden. Der Sportplatz sowie das Schulungsgebäude konnten dank der Unterstützung des Lotteriefonds des Kantons Bern fertig gestellt werden.

Baustelle: neues Schulungsgebäude

 

Am 10. Oktober 2013 wurden mit einem großen Fest das Schulungsgebäude sowie der Sportplatz eingeweiht.

Teferi der Projektmanager hält die Eröffnungsrede

 

Der Sportplatz ist seitdem zum Treffpunkt geworden. Vor allem gegen Nachmittag treffen viele Sportinteressierte ein und es werden Rollstuhlwettrennen und Basketballspiele veranstaltet. Dabei wird der Sportplatz von behinderten und nichtbehinderten Menschen gemeinsam genutzt. Weniger Sportaktive nutzen den Ort, um zu zuschauen, sich zu treffen und zu unterhalten. Es ist für mich jeden Tag eine Freude, diese Nutzung des Platzes zu sehen. Ganz wie von selbst wächst das Netzwerk der Sportbegeisterten. Mit dem Bau des Sportplatzes hat Addis Guzo einen wichtigen Beitrag für die Rehabilitation der Behinderten sowie ihre Integration geleistet. Vergangenen Freitag gab es einen Basketballwettkampf zwischen den Team des Zentrums und dem Addis Guzo Team. Es hat sich gezeigt, dass unsere Mechaniker im Rollstuhl den Behinderten weit unterlegen sind.

Teams in Aktion

 

Das neue Schulungsgebäude wurde bereits genutzt. Vom 5. Bis 15. November fand die Fortbildung für Orthopädietechniker durch das IKRK statt. Der praktische Teil wurde in unserer Werkstatt durchgeführt. Alle Teilnehmer sowie die Ausbildenden waren von der Werkstatt begeistert. Ebenso konnten die Addis Guzo Mechaniker ihre Erfahrungen und Kompetenzen in das Training einbringen. Sie haben festgestellt, dass sie vieles schon wußten und sie durch Bernhard Wissler und ihre Erfahrungen bestens geschult sind.

Roberto, in der Mitte des Bildes (mit Haut und Haaren!), ist Ausbildungsleiter beim IKRK

 

Das erste Ausbildungsprogramm für Menschen mit einer Behinderung wurde bereits vor einem halben Jahr durchgeführt. Damals erlernten die TeilnehmerInnen während des 10-tägigen Programms die Herstellung von verschiedenen Kerzentypen (normale Kerzen, Geburtstags- und Gebetskerzen). Der theoretische Teil enthielt Grundlagen zum Aufbau und Führen eines Geschäftes (Mikrobusiness)

Kerzengiessen: Mit viel Engagement und Spass dabei.

 

Dank Teferi hat die Regierung diesen Menschen nun eine Halle in der Nähe der Rollstuhlwerkstatt für eine sehr geringe Miete bereitgestellt. Addis Guzo hat eine Rollstuhlrampe gebaut und nun kann mit der Kerzenproduktion begonnen werden.

Teferi und ein Mitglied der Kerzengruppe schauen sich die zukünftige Werkstatt an.

 

Einen ersten Verkauf gab es auf einem Markt im Dezember. Die Behinderten waren so überrascht von ihrem Verkaufserfolg und den Aufträgen durch Kunden, dass sie nun sehr motiviert sind, in dieses Business einzusteigen.

Der Verkaufsstand

 

Ein weiteres Trainingsprogramm für Menschen mit Behinderung ist für Ende Januar geplant. Dank des neuen Schulungsgebäudes kann diesmal der Werkstattbetrieb normal weiterlaufen, während das Training in den neuen Räumen stattfinden kann. Zwei pensionierte Näherinnen aus Deutschland werden einen zweiwöchigen Näh-, Strick- und Stickkurs anbieten. Im praktischen Teil werden die Behinderten das Nähen (mit und ohne Maschine) sowie Stricken und Sticken erlernen. Der theoretische Teil umfasst Grundlagen zum Mikrobusiness. Die beiden Frauen arbeiten ehrenamtlich und haben in den letzten Monaten in Deutschland Spenden gesammelt, um die Materialien besorgen zu können. Im Anschluss werden wir uns bemühen für Interessierte ebenfalls eine mietgünstige Produktionsstätte zu finden.

Theorieunterricht Mikrobusiness

 

Ansonsten herrscht in der Werkstatt Alltagsbetrieb. Täglich werden Menschen mit Rollstühlen versorgt und Reparaturen durchgeführt und im Jahr 2013 wurden inzwischen mehr als 400 Rollstühle in Addis Abeba abgegeben.

Das MechanikerInnen-Team an den Werkbänken

 

Kinderversorgungen 2013

 

Seitdem die Verhandlungen mit den Behörden der Region Oromiya abgeschlossen sind, werden unsere Dienstleistungen auch in den vier Städten Adama (Nathreth), Bishoftu (Debre Zeit), Ambo und Fiche angeboten. Bisher wurden 69 Rollstühle an Bedürftige in der Oromoregion angepasst und ausgegeben.

Abklärungsgespräche in Bishoftu, Region Oromiya

 

Kunde in einem Testrollstuhl zum Bestimmen der Masse

 

Weitere Aufträge werden derzeit in der Werkstatt bearbeitet. Dank des Mercedes Busses können diese Rollstühle in die ländlichen Regionen ausgeliefert werden.

Unser Projektauto

 

Wir bedanken uns für all die Hilfe und Unterstützung und wünschen euch/Ihnen einen guten Start ins Jahr 2014!

äthiopisches Hochland bei Lalibela

 

Herzlichst,

Franziska Gerling und das Addis Guzo Team aus Addis Abeba